terça-feira, 16 de fevereiro de 2016

Zikazero



Am Samstag dem 13. Februar sandte die brasilianische Präsidentin alle ihre Minister auf Reisen. Sie sollten als führende Repräsentanten des Staates ein Vorbild in der Zikafliegenbekämpfung sein. Doch nicht nur die Herren Minister wurden ausgesandt, auch hunderttausende Soldaten des Militärs. Es war wirklich eine großangelegte Aktion, die zumindest Aktivität und Pressepräsenz zeigte. Doch die Zikafliege verbreitet sich schon geraume Zeit im Lande, die artverwandte die das Dengefieber verursacht, an dem schon eine ganze Menge Menschen gestorben sind, treibt auch schon einige Jahre ihr Unwesen in Brasilien, sie wird zwar in manchen Orten bekämpft, aber wirklich dauerhafte Aktionen kann man nicht erkennen. Weder sind die Gesundheitsstationen im Lande genügend ausgerüstet um alle Kranken rasch und wirksam zu versorgen, noch erfolgen flächendeckende Besprühungen oder gar systematische Kontrollen um die Herde in Häusern und Grundstücken zu bekämpfen. Hier und da erfolgt mal eine von der Presse begleitete Kampagne, danach wird es wieder still.
Nur in den letzten Wochen nahm die Weltpresse das Thema der Epidemie in Brasilien auf. Deformierte Kinder mit einem unterentwickelten Gehirn, das schockiert auch die sonst so abgebrühte Welt. Es sollen nicht mehr als 30 Fälle hauptsächlich in Pernambuco sein, aber dies ist nicht wichtig, sondern die Tatsache dass im August die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro stattfinden und dass die jungen Sportler eventuell von der aedes aegypti-Fliege gestochen werden könnten und, man male sich das einmal aus, sie würden während oder kurz nach den Spielen schwanger und solche Missbildungen würden Sportler aus aller Welt aus Brasilien mitbringen.
Diese Meldungen und Horrorvisionen zeigten ihre Wirkung. Brasilien ist wieder einmal das Ziel von negativen Nachrichten und die Regierung, die nun ihre Spiele gefährdet sieht, zeigte endlich Bewegung. Doch mit dem Verteilen von Prospekten ist es nicht getan. Bekämpfung sieht anders aus, nicht hunderttausende Soldaten müssten dafür eingesetzt werden um Pamphlete zu verteilen, sondern hunderttausende gutausgebildete Gesundheitsberater. Davon gibt es aber höchstens einige tausende. Diese erreichen nicht einmal ein Prozent der gefährlichen Moskitoherde, die sich in jedem Hinterhof befinden können, besonders auf dem Lande, in Favelas und in den Millionenvorstädten die nicht gerade legal entstanden sind.
Mit der Werbekampagne zeigte die Regierung zumindest dass sie das Problem erkannt hat, aber Prospekte und gut präsentierte Werbespots im Fernsehen und Radio ersetzen keine wirksame Feldbekämpfung.
Aber vielleicht hilft Brasilien eine höhere Vorhersehung, die schon den Wassermangel aus den Schlagzeilen  brachte, die Natur, denn im August herrscht Winter auch in Rio de Janeiro und vielleicht überlebt die gefährliche Fliege diese Jahreszeit nicht.
Gott  ist  eben  Brasilianer.

quinta-feira, 4 de fevereiro de 2016

Konflikte und ihre Folgen





Gestern hatten wir in São Paulo das Treffen der deutschsprachigen Körperschaften. Dabei wurde aufgrund eines Videokommentars zum derzeitigen Nahostkonflikt dieses sehr heiße und aktuelle Thema diskutiert. Dabei zeigten sicher rasch unterschiedliche Meinungen, Ansichten und Standpunkte. Wobei wir alle nur durch die Kanäle der internationalen Presse informiert und unterrichtet werden. Diese ist bereits ein recht einseitiger Filter, denn wir lesen, hören und sehen wohl ausschließlich die westliche Presse Europas und der Amerikas. Da wird nun täglich über die Gräueltaten des Islamischen Staats und über das brutale Vorgehen des Diktators Assad berichtet. Wir erfahren recht wenig über die Hintergründe dieses schwelenden Konflikts. Ehrlich gesagt, wir waren bis vor einem Jahr auch wenig daran interessiert, er war ja weit weg. Doch nun kommen tagtäglich tausende von Flüchtlingen über Europas offene Grenzen in die so friedlichen und demokratischen Länder einer fast heilen Welt. Darauf war niemand vorbereitet, am allerwenigsten die Regierungsverantwortlichen. Kurz der Krieg im Nahen Osten schwappt nach Europa über und stellt die Länder der Gemeinschaft vor große Probleme.
Diese Flüchtlinge werden unterschiedlich empfangen, manche Staaten dichten die Grenzen ab, andere reichen sie einfach weiter. Es gibt welche die deutlich sagen: wir wollen sie nicht, aber die großen Länder Europas wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien werden ebenso überlaufen wie das bereits gebeutelte Griechenland. Europa muss sich nun also unmittelbar mit dem Krieg in Syrien, der Unsicherheit im Irak und Afghanistan auseinandersetzen. Die große Frage ist, wie geht man damit um, wie viel Flüchtlinge kann ein Land aufnehmen, logistisch, administrativ und sozial? Die nächste Frage ist, kann, soll und will man diese Menschen alle integrieren, oder wollen diese es überhaupt? Welche Vorteile und Nachteile entstehen dem Empfangsland und seinen Bürgern?
Das sind Fragen, die erst allmählich beantwortet werden können, weil die gesamte Tragweite dieser Völkerwanderung noch gar nicht abzusehen ist. Eines ist jedoch klar: Einen Brand bekämpft man an der Wurzel seiner Entstehung und diese liegt eindeutig in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens selbst. Ob Europa nun will oder nicht, es muss sich darauf einstellen und bereit sein den Krieg und den Terrorismus dort zu bekämpfen wo er entstanden ist. Tut man das nicht, wird man früher oder später so oder so immer weiter mit hineingezogen.

quarta-feira, 20 de janeiro de 2016

Das globalisierte Chaos




Als man in den 1990er Jahren, nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Blocks,  der wirtschaftlichen Öffnung Chinas und dem immer enger zusammenrückenden europäischen Markt, vom Beginn der großen Globalisierung sprach, waren viele Stimme sehr optimistisch. Vorbei sei die Kleinstaatlichkeit, die Handelshindernisse, die ganze Welt ein offener Markt. Viele Firmen sahen darin eine glorreiche Zukunft, investierten, expandierten und hofften auf noch bessere Gewinne. Aber auch Arbeitnehmer machten sich auf den Weg Länder zu wechseln, Studenten besuchten Universitäten auf mehreren Kontinenten, kurz die Welt ein einziger Heimatmarkt, der durch kaum etwas beschränkt wurde.
Auch die Politiker kamen sich näher, in Gruppen, die die großen Themen der Welt diskutieren und regeln sollten. Man hatte die Nase voll vom langen kalten Krieg. Nur zwei davon hielten sich hartnäckig: der Israels mit den Palästinensern und die Feindschaft der beiden Koreas. Aber die Welt sollte sich trotzdem immer weiterzusammenraufen und eine lange Friedensphase herbeiführen.
Wenn wir nun heute, im Jahr 2016 diese Globalisierung mit offenen Augen betrachten und kühl analysieren was daraus wurde, dann kommen wir zu einem anderen Schluss. Die Welt ist mehr denn je in Unordnung, die Unterschiede und Divergenzen werden immer größer. Europa wird von Flüchtlingen überrannt und weiß nicht damit umzugehen. Russland und die Ukraine sind sich Spinnefeind und unterhalten einen begrenzten Krieg. Der Nahe und Mittlere Osten ist ein einziges Flammenmeer in welchem jede Ethnie gegen die andere mit allen Mitteln kämpft. Der amerikanische Präsident ist ein hervorragender Unterhalter, aber machtlos, er will den Waffenverkauf beschränken und erreicht genau das Gegenteil.  China hat für die Zukunft gebaut und hat eine Landkarte voller Geisterstädte, wächst weniger und lässt dies den Rest der Welt spüren. Und Lateinamerika, das dümpelt so dahin. Venezuela ist am Staatsbankrott angekommen und wickelt seine Demokratie ab, Brasilien ist schlicht unregierbar ob der Interessen von 35 Parteien von denen ein großer Teil über Staatskorruption finanziert wurde und Argentinien versucht nach 15jährigem Ausschluss vom internationalen Finanzmarkt, seinen Weg wieder in die internationale Gemeinschaft zu finden. Von Afrika wollen wir hier gar nicht reden,  das wäre ein Thema für sich.
Wenn ich als langjähriger Journalist nun resümiere, muss ich zugeben, dass ich die Welt viel weniger verstehe als vor 20 und 30 Jahren, dass sie sich immer chaotischer darstellt und viel unsicherer. Was hat uns dann also die Globalisierung gebracht? 63 Superreiche, denen 50 Prozent des Weltvermögens gehört und 3,6 Milliarden Menschen  die an oder unter dem Existenzminimum leben. Ist das der Erfolg der Globalisierung?

quinta-feira, 14 de janeiro de 2016

Wann wird es mit Brasilien besser ?





Das ist eine Frage, die derzeit viele Menschen beschäftigt, seien es Geschäftsleute,  Durchschnittsbürger oder Menschen die von Staatsunterstützung abhängen. Aber auch Großindustrielle und manches Mal einige Politiker fragen sich das. Obwohl diese Klasse so mit sich selbst beschäftigt ist, sich selbst die entsprechenden Erhöhungen genehmigt und um ihre emendas feilscht, dass sie die Situation des Landes nur in untergeordneter Linie interessiert.
Man sollte jedoch nicht vergessen, Brasilien ist ein großes und wichtiges Land, hat 200 Millionen Bürger, sprich Konsumenten und mindestens 80 Millionen Lohn- und Gehaltsempfänger. Diese spüren es täglich, dass ihr verdientes Geld immer weniger Wert ist, denn wenn sie Glück haben und noch eine Arbeit, dann erhalten sie pro Jahr eine Anpassung von etwa 10 Prozent. Da aber im letzten Jahr das Benzin um 25 Prozent stieg, die Elektrizität um über 50 Prozent, die Preise im Supermarkt um mindestens 20 Prozent, kann man sich mit dem Einkommen viel weniger kaufen. Wenn man dann auch noch die absurde Idee hat Ferien im Ausland zu machen, dann spürt man, dass alles doppelt so teuer wurde. Das Gleiche gilt für importierte Produkte, die immer schon teurer waren, weil jeder Händler meint, mit dem Begriff „ importiert“ kann ich nochmals kräftig draufschlagen.
Nun fragt man sich natürlich wann soll sich diese Situation ändern, die Preise steigen, die Löhne weniger, die Inflation immer mehr, der Konsum nicht, Die Bankzinsen steigen, das Bruttosozialprodukt fällt. Eine derartige Situation hat es meines Wissens volkswirtschaftlich noch nie gegeben, es passt nichts zu keiner Theorie.
Das Schlimme ist nur, es ist niemand da, der dies wirklich ändern könnte. Die Präsidentin versteht von Volkswirtschaft zu wenig, der Finanzminister der etwas davon verstand hat seinen Hut genommen und arbeitet nun in Washington, sein Nachfolger sagt erst einmal gar nichts und die Parteivertreter versuchen schon wieder ihre Vorteile auch 2016 zu verbuchen.
Zu dieser Situation fällt mir nur ein Gedicht von Bertholt Brecht ein, das endet: „ Des abends versammle ich um mich Männer/ wir reden uns da mit Gentlemen an/ und sagen es wird mit uns besser/ aber wir fragen nicht wann“. Dies entstand während des  2. Weltkriegs im Exil. Hoffentlich muss Brasilien nicht so lange warten bis es wieder besser wird.

quarta-feira, 6 de janeiro de 2016

Die Geister die man rief.........



                               

Seit gestern geht ein Aufschrei durch die deutsche Presse,  PolitikerInnen empören sich und meinen es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Was ist passiert? Nach der Sylvesterschau vor dem Kölner Hauptbahnhof wurden mehrere Gruppen von jungen Frauen von Ausländern erst angepöbelt, dann angegriffen und sexuell belästigt, angeblich soll es auch zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Die lokale Polizei hat offensichtlich davon nichts bemerkt und konnte somit auch nicht eingreifen. Im Gegenteil,noch am nächsten Morgen twitterte sie, dass es keine besonderen Vorkommnisse gegeben hätte. Die angegriffenen Frauen berichten, dass es sich wohl um junge Männer nordafrikanischer und arabischer Abstammung gehandelt hätte. Also einmal Rassismus umgekehrt.
Dieser Vorfall lässt an Angela Merkels entweder naive oder zu optimistische Worte erinnern:  „Wir schaffen es“. Sie meinte damit, die unkontrollierte Ankunft von Hunderttausenden Flüchtlingen in Deutschland sei kein Problem, das Land, die Staatsadministration und die Bürger würden damit fertig. Nun, dieser Vorfall und die nicht erfolgte Aktion der Polizei zeigt, so einfach ist es nicht. Es hat keinen Sinn den deutschen „ Gutmenschen“ zu spielen und der Welt zeigen zu wollen: „Wir sind nicht die sturen, bösen und rassistischen Deutsche mehr, wir haben ein großes Herz, eine offene Brust und nehmen alle auf. Sie müssen sich noch nicht einmal anmelden, sondern einfach unsere Grenzen überschreiten, wir heißen sie alle willkommen“. Es gab von Beginn an Stimmen, die das nicht für gut fanden, aber diese wurden rasch in die „rechte Ecke“ gedrängt und als nationalistisch oder gar als Pediga-Anhänger gebrandmarkt. Selbst die bayrische Regierung, die die meisten Flüchtlinge aufnahm, warnte vor den unkontrollierten Massen. Doch die Berliner Politiker nahmen diese Warnung nicht ernst.  Nun müssen sie sich mit den ersten Ergebnissen beschäftigen, die Polizei ist ratlos, weil sie nicht weiß wo sie untersuchen soll, der Innenminister schimpft und alle Politiker drücken ihre Empörung aus. Nur mit Empörung löst man kein Problem.
Wenn man junge Muslime und Afrikaner ins Land lässt, dann muss man damit rechnen, dass sie ein anderes Verhältnis zu Frauen mitbringen als es in einer offenen europäischen Gesellschaft üblich ist. Dann muss man Vorkehrungen treffen, auf beiden Seiten, um solche Situationen zu verhindern, wenn nicht, ist dies erst der Beginn von weiteren Exzessen und die Gastfreundschaft der Deutschen kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Die Politiker aber sollten nicht vergessen, dass sie zuerst für die Deutschen da sind und erst dann für die Flüchtlinge.

terça-feira, 8 de dezembro de 2015

Brasilien in schweren Zeiten

                                                 
Es ist nicht schwer zu erkennen, dass sich Brasilien in einer schwierigen Situation befindet. Wer schon etwas älter ist und hier länger lebt, für den ist es nichts unbedingt Neues. Sowohl das politische als auch das wirtschaftliche Brasilien befanden sich in den letzten 65 Jahren immer in einer Art Achterbahnfahrt. Mal war das Land ganz oben, wurde bewundert, gefeiert, als die kommende Weltmacht, dann ging es wieder abwärts, eine Krise durchschüttelte die Wirtschaft, Politiker und Andersdenkende wurden verfolgt. So verging jedes Jahrzehnt mit Höhen und Tiefen. Die Bevölkerung aber wuchs, der Konsum wuchs, auch die Wirtschaft entwickelte sich weiter. Vielleicht nicht im gleichen Rhythmus wie in anderen Staaten, aber es ging doch immer irgendwie vorwärts. Politiker kamen und gingen, erst brachten sie sich selbst um, dann traten sie theatralisch zurück oder wurden ins Exil gejagt. Das Land sollte militärisch gerettet werden, Andersdenkende wurden verfolgt, dann wurde überstürzt die Demokratie eingeführt, die sich aber bis heute mehr als ein oligarcher Klub sieht. Der erste frei gewählte Präsident wurde aus dem Amt gejagt, ehe man eines der  Hauptprobleme anging, die Inflation. Dann schien es einmal wieder dass Brasilien den großen Sprung nach Vorne geschafft hätte, 16 Jahre lang ging es aufwärts, zwei Präsidenten standen dafür. Vieles wurde unter dem Tisch verhandelt oder unter den Teppich gefegt und nun erhält einmal wieder das Land , sprich der Bürger, die Quittung. Nichts geht mehr.

Die Wirtschaft schrumpft, die Arbeitslosigkeit wächst, die Schulden steigen, die Inflation steigt und die Leitzinsen werden mit angehoben, was nun wirklich niemand versteht.  Dazu befindet sich die politische Führung in einer „ patt“- Situation, einer lähmt den anderen, weil sie alle keine saubere Weste haben. Ein Lichtblick ist jedoch das Verhalten der Bundespolizei und der Justiz. Noch nie in der Geschichte des Landes wurden die traditionellen Korruptionsverbindungen zwischen Politik und Wirtschaft so konsequent verfolgt wie derzeit. Sollte dieser Reinigungsprozess tatsächlich bis zum Ende durchgehalten werden, dann käme vielleicht ein neues Brasilien heraus.